Kurzfristig: Auftritte mit Niklas Müller (Trompete) und mir (Klavier) im Gymnasium Bammental am Montag & Mittwoch, 21. + 23. Mai. Details
7. February 2012

Von der Schwierigkeit des Musikerdaseins

Um heutzutage als Musiker finanziell über die Runden zu kommen, muss man schon sehr gut sein. Und selbst dann bekommt man nicht gerade viel. Aber sollte man seine Aufträge nach der Devise annehmen: "Entweder für die Summe, die ich haben will, oder gar nicht?"

Es mag bestimmte Musiker geben, die jeden Gig annehmen, und sei er auch noch so schlecht bezahlt. Aber auf Dauer ist es für den gesamten Musikermarkt besser, wenn man seine Gigs nach der Devise annimmt: “Entweder, ihr zahlt, was ich verlange, oder ihr müsst halt jemand anderes nehmen.” Denn sonst werden die Preise verdorben und die Leute denken, dass sie die besten Musiker für einen lächerlich niedrigen Preis bekommen können. Da muss man schon mal in den Verhandlungen ein wenig Härte aufweisen, wenn man die allgemeinen Preise für die Musiker aufrecht erhalten will.

Ich erzähle das ganze hier, weil ich gerade einen Gig mit Niklas Müller (Trompete) angenommen habe, wo ich mich von meiner ursprünglichen Gage-Forderung von 50 Euro auf 40 Euro pro Mann habe herunterhandeln lassen. Bei dem Gig handelt es sich um Begleitmusik bei einer Autoren-Lesung in Heidelberg. Und die 40 Euro fand der Auftraggeber (ich nenne keine Namen) immer noch zu viel. Als er dann als gewisses Druckmittel anführte, dass zwei andere Musiker für eine Lesung von ihm hier in Bammental gerade einmal die Hälfte von dem verlangt haben, was ich jetzt kriege, dachte ich mir: “Ja, genau. Weil solche Leute jeden Gig für jeden Preis annehmen, kommt es den Auftraggebern schon viel vor, wenn ich 50 Euro verlange. Dabei bedenken die immer gar nicht, dass für mich mindestens der Auftrittsabend gelaufen ist, ganz zu schweigen von den Proben, die der Niklas und ich auch noch für den Gig machen müssen. Eigentlich ist 50 Euro nur dem Aufwand entsprechend. Aber gut, weils mein Nachbar ist, lässt du dich halt auf 40 Euro pro Mann ein.”

Ich für meinen Teil finde es sehr bedauerlich, dass die Leute offenbar nicht mehr wahrhaben wollen, wie viel Arbeit in so einem Auftritt steckt und dass sie für die Musik zu ihrer Autorenlesung, die ja letzten Endes nichts anderes als Werbung für sie ist, nicht bereit sind, auch mal etwas mehr zu zahlen.

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