Blogarchiv
- May 2012
- March 2012
- February 2012
- January 2012
- November 2011
- October 2011
- September 2011
- July 2011
- June 2011
- March 2011
- February 2011
- January 2011
- December 2010
- November 2010
- October 2010
- September 2010
- August 2010
- July 2010
- May 2010
- April 2010
- March 2010
- January 2010
- December 2009
- October 2009
- August 2009
- May 2009
- April 2009
- March 2009
- February 2009
- January 2009
- December 2008
- November 2008
- October 2008
- September 2008
- August 2008
- July 2008
- June 2008
- February 2008
Von der Schwierigkeit des Musikerdaseins
Es mag bestimmte Musiker geben, die jeden Gig annehmen, und sei er auch noch so schlecht bezahlt. Aber auf Dauer ist es für den gesamten Musikermarkt besser, wenn man seine Gigs nach der Devise annimmt: “Entweder, ihr zahlt, was ich verlange, oder ihr müsst halt jemand anderes nehmen.” Denn sonst werden die Preise verdorben und die Leute denken, dass sie die besten Musiker für einen lächerlich niedrigen Preis bekommen können. Da muss man schon mal in den Verhandlungen ein wenig Härte aufweisen, wenn man die allgemeinen Preise für die Musiker aufrecht erhalten will.
Ich erzähle das ganze hier, weil ich gerade einen Gig mit Niklas Müller (Trompete) angenommen habe, wo ich mich von meiner ursprünglichen Gage-Forderung von 50 Euro auf 40 Euro pro Mann habe herunterhandeln lassen. Bei dem Gig handelt es sich um Begleitmusik bei einer Autoren-Lesung in Heidelberg. Und die 40 Euro fand der Auftraggeber (ich nenne keine Namen) immer noch zu viel. Als er dann als gewisses Druckmittel anführte, dass zwei andere Musiker für eine Lesung von ihm hier in Bammental gerade einmal die Hälfte von dem verlangt haben, was ich jetzt kriege, dachte ich mir: “Ja, genau. Weil solche Leute jeden Gig für jeden Preis annehmen, kommt es den Auftraggebern schon viel vor, wenn ich 50 Euro verlange. Dabei bedenken die immer gar nicht, dass für mich mindestens der Auftrittsabend gelaufen ist, ganz zu schweigen von den Proben, die der Niklas und ich auch noch für den Gig machen müssen. Eigentlich ist 50 Euro nur dem Aufwand entsprechend. Aber gut, weils mein Nachbar ist, lässt du dich halt auf 40 Euro pro Mann ein.”
Ich für meinen Teil finde es sehr bedauerlich, dass die Leute offenbar nicht mehr wahrhaben wollen, wie viel Arbeit in so einem Auftritt steckt und dass sie für die Musik zu ihrer Autorenlesung, die ja letzten Endes nichts anderes als Werbung für sie ist, nicht bereit sind, auch mal etwas mehr zu zahlen.
Kommentare
Zu diesem Beitrag wurden keine Kommentare verfasst.