Kurzfristig: Auftritte mit Niklas Müller (Trompete) und mir (Klavier) im Gymnasium Bammental am Montag & Mittwoch, 21. + 23. Mai. Details

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17. November 2008

wikipedia.de geschlossen

Ein äußerst interessanter Artikel, der heute in der Süddeutschen Zeitung zu finden war, vereint Politik, Computer und Humor miteinander. Wie? Das passt doch alles gar nicht zusammen? Denken Sie. Aus dem Artikel, betitelt « Biographie offline », geht hervor, dass am Wochenende anscheinend der Linken- Abgeordnete Lutz Heilmann die Seite wikipedia.de abschalten ließ. Grund: « Seine Abgeordneten- Biographie weist den 42- Jährigen als Rechtsreferendar am Lübecker Landgericht aus. » Das Lübecker Landgericht war auch das Gericht, welches über die Sperrung der Adresse wikipedia.de verfügt hat. Weiter heißt es:

Vor seiner juristischen und politischen Karriere, genauer gesagt von 1985 bis Januar 1990, arbeitete er in der Abteilung Personenschutz des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Die Tätigkeit bei der Stasi war unter anderem Gegenstand des Eintrags “Lutz Heilmann” in der Online- Enzyklopädie. Anstoß nahm der Politiker aber auch an der Behauptung, er habe in Lübeck angeblich einen Online- Sexshop betrieben.Süddeutsche Zeitung vom 17. Nov. 2008

Durch die “falschen, ehrabschneidenden und deshalb meine Persönlichkeitsrechte verletzenden Inhalt” fühlte sich Heilmann gezwungen, einen Anwalt einzuschalten und durch diesen die Adresse wikipedia.de zu schließen. Völlig idiotisch zwar, weil die Inhalte ja weiterhin auf de.wikipedia.org abrufbar sind, aber egal … Als ob wikipedia.de abzuschalten nicht schon genug wäre, hat Heilmann dann auch noch drei Strafanträge gegen Online- Autoren gestellt.

Thorsten Feldmann, Anwalt von Wikimedia, des Vereins, der die Seite betreibt, räumt ein, dass die umstrittenen Aussagen über Heilmann, sofern wahr, schädlich für dessen politische Karriere sein könnten. Trotzdem sei die Reaktion unverhältnismäßig. “Man kann nicht dafür sorgen, dass deshalb die deutsche Startseite dichtgemacht wird.”Süddeutsche Zeitung vom 17. Nov. 2008

Auch Fraktionssprecher Hendrik Thalheim, und nicht nur der, findet, Heilmann habe « mit Kanonen auf Spatzen geschossen ». Dabei scheint Heilmann selbst die Sperrung schon unangenehm zu sein. Er hat angekündigt, keine weiteren juristischen Schritte zu unternehmen. Die Weiterleitung von Wikipedia.de auf die Enzyklopädie könne ab sofort wieder geschaltet werden.

Wie ich heute feststellte, geht die Startseite schon wieder. Das gewohnte Bild mit der Suchmaske erwartet einen schon und wartet sehnsüchtig darauf, mit Inhalt gefüttert zu werden, um die Anfrage, oder auch das Request, as we say in England, zu bearbeiten und die entsprechenden Daten anzuzeigen.

6. November 2008

So von Markt- und Planwirtschaft

Wir haben in Gemeinschaftskunde – einem Fach, dem ich normalerweise nicht so zugeneigt bin – gerade das Thema Markt- und Planwirtschaft durchgenommen. Was das jetzt genau ist, will ich hier nicht erklären. Ich will vielmehr auf einen Text hinaus, der in unserem GMK- Schulbuch drin stand und den wir gemeinsam gelesen haben. Vielleicht sage ich das gleich vorweg: Der nun folgende Text (mit Anmerkungen von mir) ist aus « Der Trabbi von A bis Z, ein nicht ganz ernst gemeintes Lexikon », nur so damit Sie schon einmal wissen, was da auf Sie zukommt.

Mit zwölf, vierzehn, ja sechzehn Jahren musste gerechnet werden. Kinder wurden währenddessen erwachsen, Eheleute trennten sich, man gebar neues Leben oder fuhr in die Grube, ganze Weltreiche brachen zusammen [...]

Nanu? Was mag da kommen, fragen sich jetzt vielleicht viele. Eine Geschichtsabhandlung? Nein. Der Artikel geht ja über Wirtschaft. Also was ist es dann?

[...] – nur die Trabant- Anmeldung lief immer weiter. [...]

Hätten Sie das gedacht? Dass der Artikel über Trabbis geht? Wahrscheinlich schon, denn der Artikel ist ja aus « Der Trabbi von A bis Z, ein nicht ganz ernst gemeintes Lexikon ».

[...] Auf welchem Rang man im Warte- Marathon gerade lag, ließ sich bestenfalls annäherungsweise feststellen. Über den Schaltern des IFA- Vertriebs hingen große Tafeln mit dem aktuellen “Auslieferungsstand” – eine Einrichtung, die man sich als Kreuzung der Jerusalemer Klagemauer mit der New Yorker Börse am Schwarzen Freitag vorstellen muss. Hier war zu sehen, wie dicht Euphorie und Depression doch beieinander lagen. [...]

Uiuiuiuiuiuiui, diese Einrichtung muss der Horror gewesen sein.

[...] Gelegentlich konnte es passieren, dass die angegebenen Daten unvermittelt einen Sprung nach vorn machten; häufiger jedoch blieben sie so eisern stehen, als habe jemand die Zeit angehalten. [...]

Und dieses Gefühl des Zeit- Anhaltens konnte also bis zu 16 Jahren dauern, wenn man dem Artikel glaubt. Beachtlich. Und alles nur für einen Trabbi, für so einen süßen kleinen Trabbi …

[...] Über einen ganzen Sommer hinweg war es dann Februar, und man fragte sich unwillkürlich, ob da noch alles mit rechten Dingen zuging. Auf der Straße fuhren ja neue Trabanten; das konnte jeder am fortschreitenden Alphabet der Nummernschilder erkennen. Warum also ging es auf der Tafel nicht weiter? [...]

Tja, warum nicht? Warum nicht? Das frage ich mich auch …

[...] Das zermürbende Warten trieb manch gefestigte Persönlichkeit zur Verzweiflungstat: Eingaben an den Staatsrat wurden geschrieben oder ältere Anmeldungen für Tausende Mark aufgekauft, nur um endlich von dem verdammten Februar wegzukommen. [...]

Naja, gut, okay, so kann man das auch machen: Den anderen ihre Abmeldungen für viel Geld abkaufen, nur um endlich sein Auto zu haben. Aber, för jetz ene mal janz eehlich ze sinn: Das wird dann teuer. Und wert war es das nun auch nicht, oder? Aber, wer es so will, der kann es so machen, wie ich immer zu sagen pflege. Gab es denn dann, wenn man schon seine sauer verdienten Moneten mit vollen Händen zum Fenster rausschmeißt, wenigstens irgendetwas positives an der ganzen Sache? Anscheinend ja:

[...] Die positive Seite der Warterei bestand darin, dass sich der Trabant praktisch aus der Sparbüchse finanzieren ließ: Wer jeden Tag zwei Mark beiseite legte, hatte den Preis nach anderthalb Jahrzehnten mühelos beisammen. [...]

Ich hab es ausgerechnet: Das wären für 15 Jahre dann 10950 Euronen DM. Geht eigentlich.

26. October 2008

Zeilenumbruch mit Schriftart

Jawohl, ich gestehe: Wenn ich eine Website sehe, die mir gut erscheint, dann schaue ich auch gerne mal in den Quelltext. So habe ich auch bei http://bertkiewiet.nl/, einer Website von einem Freund meines Vaters, einen Blick hinter die Kulissen gewagt, weil ich wissen wollte, wie er diese Foto- Galerien hinbekommt.

Jawohl, ich gestehe: Wenn ich eine Website sehe, die mir gut erscheint, dann schaue ich auch gerne mal in den Quelltext. So habe ich auch bei http://bertkiewiet.nl/, einer Website von einem Freund meines Vaters, einen Blick hinter die Kulissen gewagt, weil ich wissen wollte, wie er diese Foto- Galerien hinbekommt.

Wenn im <title> nichts steht, wird der Domain-Name als Seitentitel ausgegeben.

Also schaue ich im <head> der Seite nach: Außer einem <meta>- Element und einem leeren <title>- tag gibt es dort nichts zu sehen. Interessant und neu für mich: Wenn <title></title>  (in genau dieser Schreibweise) im <head> steht, dann wird der Domain- Name als Titel für die Browserzeile genutzt.

Wenn dagegen aber kein <title> im <head> angegeben ist, erscheint « Unbenanntes Dokument » oder ähnliches als Seitentitel. Haben Sie schon mal nach diesem Stichwort gegoogelt? Erschreckend, dieses Suchergebnis: Etwa 1.930.000 Seiten haben im Netz den Titel « Unbenanntes Dokument ». Naja, wie auch immer. Ich war etwas abgeschwoffen (falls es dieses Wort gibt; es soll mir hier als Partizip von « abschweifen » dienen).

Jedenfalls: Leider war kein <meta name=“Generator” content=”...”> vorhanden, was mir das Programm verraten hätte, womit Bert seine Website gemacht hat. Jetzt habe ich erfahren, dass er diese Foto- Galerie, die leider auf Flash aufsetzt, mit SimpleViewer gemacht hat. Aber darauf wollte ich nicht hinaus.

Erstmal ist mir schon beim Überfliegen aufgefallen, dass dieser Quelltext sehr unstrukturiert ist. Warum schreibt er mühsam:

<big><span style="font-family: Verdana;">Welcome ...</span></big>

Warum nicht einfach:

<h1>Welcome to the photo website of Bert Kiewiet</h1>

und legt dann im <head> fest:

<style type="text/css">
  h1 {
    font-size: 130%; /* Oder irgendein anderer Wert,
      der dem HTML- tag <big> in etwa entspricht */
    font-family: Verdana;
  }
</style>

oder (noch besser): Er lagert seine Styles in eine (oder auch mehrere) CSS- Datei (-en) aus:

h1 {
    font-size: 130%; /* Oder irgendein anderer Wert,
      der dem HTML- tag <big> in etwa entspricht */
    font-family: Verdana;
  }

Als ob das schon nicht schlimm genug ist (der Code jetzt, an der Website habe ich vom Aussehen her nichts smile), legt unser Bert dann auch noch für einen Zeilenumbruch eine Schriftart fest:

<br style="font-family: Verdana;">

Warum nur? Warum muss man für einen Zeilenumbruch eine Schriftart festlegen? Welcher Sinn steckt dahinter? Aber die große Frage bleibt immer noch: Wie hat er es überhaupt geschafft, einem Zeilenumbruch die Schriftart Verdana mit auf den Weg zu geben?

6. October 2008

“Philosophie und ich, Teil 3” erschienen

Viele haben mich in letzter Zeit gefragt, wie weit er denn sei, wann er denn erscheine. Nun ist es endlich soweit: Die Philosophie und ich, Teil 3 ist erschienen. In gewohnt lustiger Manier unterhalten sich diesmal Jean- Saul Partre und Karl Jaspers über die Philosophien und Philosophen der Neuzeit. Viel Spaß beim Lesen.

Viele haben mich in letzter Zeit gefragt, wie weit er denn sei, wann er denn erscheine. Nun ist es endlich soweit: Die Philosophie und ich, Teil 3 ist erschienen. In gewohnt lustiger Manier unterhalten sich diesmal Jean- Saul Partre und Karl Jaspers über die Philosophien und Philosophen der Neuzeit. Viel Spaß beim Lesen.

Damit ist die Trilogie (oder auch Triologie, wie wir aus dem Rheinland sagen täten) abgeschlossen. Fehlt nur noch eine Bibliographie. Keine Angst, kommt alles noch. In den nächsten Tagen wahrscheinlich. Und am Samstag in der Frühe (8.45 Uhr oder so ähnlich) treffen ein paar von meinen Klassenkameraden und noch ein paar andere sich mit mir am Heidelberger Hauptbahnhof, und dann geht’s ab nach Newcastle in England. Wenn ich Zeit habe, werde ich auch von England aus bloggen (auf Englisch natürlich).

Ach ja, ich vergaß fast, einen Downloadlink für “Philosophie und ich”, Teil 3 zu setzen.

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Die anderen Teile von “Die Philosophie und ich” und mehr finden Sie auf der Philosophie- Seite.

5. October 2008

Bienen im BGB

Sogar für Bienen reicht es im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) für einige Absätze. Die Paragraphen §§ 961-964 sagen über Bienen folgendes aus:

§ 961
Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen
Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.

§ 962
Verfolgungsrecht des Eigentümers
Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, so darf der Eigentümer des Schwarmes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen.

§ 963
Vereinigung von Bienenschwärmen
Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, welche ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarms; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.

§ 964
Vermischung von Bienenschwärmen
Ist ein Bienenschwarm in eine fremde besetzte Bienenwohnung eingezogen, so erstrecken sich das Eigentum und die sonstigen Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war, auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum und die sonstigen Rechte an dem eingezogenen Schwarme erlöschen.BGB, §§ 961-964

Sieht das BGB auch für Spinnen etwas derartiges vor?

12. June 2008

Kroatien, Slowenien, Slowakei …

Schon seit gestern kursiert in unserer Schulklasse zwischen meinem Freund Benjamin und mir ein (im Grund ziemlich blödsinniger) Streit bezüglich der Lage einiger Länder.

Es ging darum, die Länder Slowenien, Slowakei und Kroatien auf der Karte richtig einzuordnen. Während Benjamin sich stur stellte und felsenfest davon überzeugt war, dass sowohl Kroatien als auch Slowenien und Slowakei am Meer lägen (man beachte den Konjunktiv!), hielt ich dagegen, indem ich sagte, Kroatien läge am Meer, aber Slowenien und Slowakei nicht. Wo soll denn auch Platz am Meer sein für diese beiden Länder? Als Benjamin mit dem Argument ankam, Slowenien und Slowakei lägen unterhalb von Kroatien, wies ich ihn darauf hin, dass unter Kroatien das Land Serbien und Montenegro sei.

Ein Blick auf die Karte, die heute zufällig in der Frankfurter Rundschau zu sehen war, verschaffte Klarheit:

  • Kroatien liegt am Meer, Slowenien auch
  • Slowakei liegt irgendwo im Landesinneren

Man sieht an diesem posting: Wenn man nicht besseres zu tun hat, kann man sich über die dümmsten Sachen streiten …